Restaurierung des Kalkofens durch den Freundeskreis

Restaurierung des Kalkofens durch den Freundeskreis

Diese Seite bietet eine umfassende Dokumentation der Restaurierung des historischen Kalkofens, die im Zeitraum von 2022 bis 2024 durchgeführt wurde. Sie veranschaulicht den Fortschritt der Arbeiten in verschiedenen Phasen, beginnend bei der Freilegung des Geländes bis hin zur finalen Wiederherstellung des Industriedenkmals als Ort von geschichtlicher und kultureller Bedeutung.

Im Mittelpunkt stehen dabei zehn detaillierte Bildergalerien, die die unterschiedlichen Abschnitte der Restaurierung anschaulich präsentieren. Jede Galerie widmet sich einem spezifischen Teil der Arbeiten, wie der Entbuschung des Geländes, der Restaurierung des Mauerwerks und des Feuerlochs, sowie der Errichtung des Dachs über dem Vorgebäude. Ergänzend dazu wird der Gerüstabbau, die Gestaltung der Außenanlage, das Aufstellen von Hinweisschildern und weitere essenzielle Schritte dokumentiert.

Durch diese sorgfältige Aufbereitung können die Besucher der Webseite den gesamten Restaurierungsprozess Schritt für Schritt nachverfolgen. Die Kombination aus Bildern und informativen Beschreibungen vermittelt nicht nur die Herausforderungen der Restaurierung, sondern auch die handwerklichen Arbeiten und das Engagement, mit dem dieses Denkmal erhalten wurde. Die Seite lädt dazu ein, die Geschichte des Kalkofens zu entdecken und die Restaurierung in ihrer gesamten Komplexität und Bedeutung zu würdigen.

Entbuschung des Geländes

Die Bilder zeigen den Kalkofen in seinem ursprünglichen Zustand, bevor die umfassenden Restaurierungsarbeiten begannen. Deutlich erkennbar sind der Verfall und die Schäden, die über die Jahre durch Witterungseinflüsse und den ungehinderten Bewuchs entstanden sind.

Ein erster Schritt der Restaurierung war die Entfernung der Büsche und des dichten Bewuchses rund um den Kalkofen. Diese Arbeiten waren notwendig, um das Denkmal vollständig freizulegen und einen klaren Blick auf die Bausubstanz und den Zustand der Anlage zu ermöglichen. Durch die Entbuschung konnten die Helfer des Freundeskreises die ursprünglichen Schäden besser beurteilen und die erforderlichen Maßnahmen für die Restaurierung gezielt planen.

Die Freilegung des Geländes war damit nicht nur eine praktische Maßnahme, sondern markierte den Beginn der erfolgreichen Restaurierung dieses einzigartigen Industriedenkmals.

Entbuschung des Kalkofendaches

Die Entbuschung des Kalkofendaches war ein zentraler und besonders herausfordernder Arbeitsschritt bei der Restaurierung. Im Laufe der Jahre hatten sich mehrere baumgroße Büsche im Mauerwerk des Ofens verwurzelt. Die Büsche wuchsen nicht nur tief in die Struktur, sondern ragten auch weit über die Decke des Kalkofens hinaus. Glücklicherweise waren die Büsche wenig in der Brennkammer verwachsen, sodass dieser sensible Bereich des Kalkofens einigermaßen unbeschädigt blieb.

Die Entfernung der Büsche gestaltete sich jedoch äußerst schwierig. Die tief im Mauerwerk verankerten Wurzeln erschwerten die Arbeiten erheblich und machten einen vorsichtigen und schrittweisen Rückbau notwendig, um die empfindliche Bausubstanz nicht weiter zu gefährden. Gleichzeitig wurde das Dach des Kalkofens aufwendig restauriert, um das Denkmal langfristig zu schützen und zu stabilisieren. Diese Arbeiten verdeutlichen die besonderen Herausforderungen bei der Rettung des Industriedenkmals und zeigen, wie sorgfältig die historische Substanz erhalten wurde.

Restaurierung des Mauerwerks

Die Restaurierung des Mauerwerks war einer der umfassendsten Arbeiten am historischen Kalkofen. Zu Beginn wurde der Kalkofen vollständig eingerüstet, um die Arbeiten an den Außenmauern sicher und effektiv durchführen zu können.

Ein besonderer Fokus lag auf der Reparatur der stark beschädigten Bereiche. Marode oder lose Steine wurden sorgfältig abgetragen und anschließend neu aufgebaut, um die Stabilität und die ursprüngliche Optik der Mauern wiederherzustellen. Löcher im Mauerwerk wurden geschlossen, und beschädigte Fugen umfassend ausgebessert, um die Struktur langfristig vor weiteren Schäden zu schützen.

Das Ziel dieser Arbeiten war es, die Außenmauern des Kalkofens so originalgetreu wie möglich wiederherzustellen und zugleich eine solide Basis für den weiteren Erhalt des Denkmals zu schaffen.

Restaurierung der Mauerreste des Vorgebäudes

Die Restaurierung der Mauerreste des Vorgebäudes vor der Brennkammer stellte einen weiteren wichtigen Schritt im Wiederaufbau des historischen Kalkofens dar. Zu Beginn wurden, wie auch an anderen Bereichen des Kalkofens, sämtliche Pflanzen entfernt, die sich über die Jahre eingenistet hatten. Diese Entbuschung war essenziell, um die Bausubstanz freizulegen und weitere Schäden durch Wurzeln oder Feuchtigkeit zu verhindern.

Das Vorgebäude, das eine zentrale Rolle im Betrieb des Kalkofens spielte, wurde mit den noch vorhandenen Steinen bis zur Bodenkante wieder aufgebaut. Dabei legten die Restauratoren besonderen Wert darauf, die ursprüngliche Anordnung und das Erscheinungsbild der Mauern anzudeuten. Wo nötig, wurden die Mauerreste stabilisiert und fehlende Bereiche ergänzt, um das Bauwerk in seiner historischen Form wiederherzustellen.

Restaurierung des Feuerlochs

Der Eingang zum Feuerloch, der im Laufe der Zeit ebenfalls beschädigt war, wurde wieder neu aufgebaut. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, die ursprüngliche Form und Funktion dieses zentralen Bereichs des Ofens zu erhalten.

Um die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten, wurde der Zugang zum Feuerloch mit einem stabilen Metallgitter gesichert. Dies verhindert, dass Unbefugte in den sensiblen Bereich einsteigen können, ermöglicht jedoch gleichzeitig einen Blick in den Ofen. Später wurde ein schräg integrierter Spiegel im Feuerloch installiert, der es Besuchern erlaubt, das Innere des Ofens von außen zu betrachten. Diese Lösung macht den historischen Betrieb des Kalkofens anschaulich und sorgt für ein einzigartiges Besuchserlebnis.

Restaurierung des Dachs

Nachdem die Büsche, die tief im Mauerwerk verwurzelt waren, in einem der ersten Schritte erfolgreich entfernt wurden, mussten auch restliche Pflanzen und angesammelter Schmutz beseitigt werden. Diese Arbeiten legten die Grundlage für die umfassende Stabilisierung und den Wiederaufbau des Dachs.

Im nächsten Schritt wurde die gesamte Fläche sorgfältig begradigt und neu betoniert. Um das Dach dauerhaft zu stützen, wurden vier Kantenfertigteile rund um das Dach angebracht. Diese Elemente wurden mit Stahlbewehrung verstärkt und anschließend präzise verfugt, um Stabilität und Schutz vor Witterungseinflüssen zu gewährleisten.

Abschließend wurden Halterungen für ein Geländer angeschraubt, um den überlieferten Zustand optisch nachzubilden.

Gerüstabbau

Nachdem die Hauptarbeiten am Mauerwerk und dem Dach erfolgreich abgeschlossen worden waren, konnte das umfangreiche Gerüst, das den Kalkofen während der gesamten Restaurierungsphase umgeben hatte, schrittweise entfernt werden.

Mit dem Gerüst fiel auch die letzte Barriere, die den direkten Blick auf das wiederhergestellte Industriedenkmal bisher verdeckt hatte. Für die Helfer des engagierten Freundeskreises war dies ein besonderer Moment: Zum ersten Mal konnten sie den vollständig restaurierten Kalkofen in seiner ganzen Pracht und ohne Einschränkungen bewundern.

Arbeiten an der Außenanlage

Die Arbeiten an der Außenanlage waren ein entscheidender Schritt, um das Denkmal für Besucher zugänglich und erlebbar zu machen. Als erste Maßnahme wurde eine Fläche für den Parkplatz festgelegt und mit Schotter befestigt, um eine sichere und bequeme Anreise zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde der Weg zum Kalkofen ebenfalls geschottert, um einen klaren und stabilen Zugang zu schaffen.

Für den Aufenthalt der Besucher wurden in Eigenarbeit Bänke und ein Tisch gebaut und strategisch in der Nähe des Kalkofens platziert. Diese Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein und ermöglichen es, das Denkmal in Ruhe zu genießen. Um auch die Perspektive von oben zugänglich zu machen, wurden Naturtreppenstufen in den Hang integriert, die zu einer Anhöhe führen. Von dort aus können Besucher den Kalkofen aus einer erhöhten Position (später auch die Lore auf Schienen) betrachten und die gesamte Anlage und die Umgebung überblicken.

Das Ziel dieser umfangreichen Arbeiten war es, das Industriedenkmal nicht nur zugänglich zu machen, sondern auch einen Ort zu schaffen, der den Aufenthalt für Besucher angenehm und informativ gestaltet. Die Außenanlage ist damit ein wichtiger Bestandteil des Gesamterlebnisses und ergänzt den restaurierten Kalkofen auf ideale Weise.

Aufstellen der Hinweisschilder

Das Aufstellen der Hinweisschilder war ein wichtiger Schritt, um den restaurierten Kalkofen als Industriedenkmal auch informativ erlebbar zu machen. Insgesamt wurden drei Schilder aufgestellt, die den Besuchern detaillierte Informationen über den Kalkofen, die Gemeinde Marxheim und den Ortsteil Schweinspoint bieten.

Die Schilder vermitteln Hintergrundwissen zur Geschichte und Funktionsweise des Kalkofens und beleuchten die Bedeutung des Denkmals für die Region. Zudem geben sie einen Einblick in die historischen und kulturellen Besonderheiten der angrenzenden Gemeinden und Ortsteile. Diese Informationen tragen dazu bei, den Kalkofen in einen größeren Zusammenhang zu stellen und seine Rolle als Teil des kulturellen Erbes besser zu verstehen.

Durch die Schilder wird das Denkmal nicht nur zugänglich, sondern auch informativ gestaltet. Besucher können sich eigenständig über die Geschichte und die Bedeutung des Kalkofens informieren, was das Erlebnis an diesem historischen Ort noch bereichernder macht.

Dacherrichtung des Vorgebäudes

Nach mündlichen Überlieferungen gab es über dem Bereich des Feuerlochs ein Vordach, das Schutz vor Witterung bot. Auf dieser Grundlage wurde der angenommene Aufbau des Dachs sorgfältig rekonstruiert.

Für die Dachkonstruktion wurden Dachbalken aus dem ehemaligen Schweinspointer Feuerwehrhaus verwendet, die sich ideal für die Restaurierung eigneten und zugleich dem Denkmal einen authentischen Charakter verleihen. Das neu errichtete Dach wurde anschließend mit Dachziegeln eingedeckt, um eine robuste und wetterfeste Abdeckung zu gewährleisten.

Das Vordach bietet nicht nur Schutz vor Regen und anderen Witterungseinflüssen, sondern trägt auch dazu bei, das Feuerloch und die angrenzenden Bereiche des Vorgebäudes langfristig zu sichern. Mit dieser Maßnahme wurde das Denkmal nicht nur funktional ergänzt, sondern auch optisch an die historische Nutzung angelehnt, wodurch die Restaurierung weiter an Authentizität gewinnt.

Aufstellen der Lore

Bereits bei den ersten Recherchen zum Kalkofen war bekannt, dass der Kalkstein aus dem angrenzenden Steinbruch mit Loren auf verlegten Gleisen zum Ofen transportiert wurde. Schon nach den ersten Entbuschungsarbeiten wurde deutlich, dass eine aufgestellte alte Lore ein weiterer Schritt zur Wiederherstellung des historischen Zustands wäre.

In Gesprächen mit Zeitzeugen erfuhren wir, dass noch einige Meter der originalen Gleise existierten – diese wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Leider waren mehrere Loren, die über Jahre in einem Schuppen lagerten, Anfang der 2000er Jahre entsorgt worden.

Im Austausch mit der Dorfbevölkerung kam schließlich die Idee auf, eine alte Lore als Herzstück der Restaurierung aufzustellen. Jana Boser meinte begeistert, eine Lore wäre das „i-Tüpfelchen“ des Projekts – und bot an, eine zu spenden, wenn wir eine passende finden würden.

Nach kurzer Suche wurden wir im Internet fündig: Eine bezahlbare Lore stand in Baden-Württemberg zum Verkauf, die wir schließlich dort abholten. Anschließend schweißten wir die originalen Gleise samt Schwellen an die Lore und legten ein kleines Gleisbett an, auf dem sie nun steht.

Der Standort der Lore befindet sich unmittelbar vor dem Kalkofen – genau dort, wo einst die originalen Gleise verliefen. Heute lässt sich gut erkennen, dass eine gedachte Verlängerung der Gleise direkt auf das Dach des Kalkofens führen würde – jenen Ort, an dem die Loren damals entladen wurden.

Aufbau des Kalkofens

Anschauliche Erklärung des Aufbaus eines traditionellen Kalkofens, in dem Kalkstein und Brennmaterial schichtweise angeordnet werden, um durch hohe Temperaturen Branntkalk herzustellen.

Geschichte des Kalkofens

Hier beleuchten wir die Geschichte des Kalkofens Schweinspoint, der von 1928 bis 1951 in Betrieb war und nach seiner Stilllegung 2022 von unserem Freundeskreis restauriert wurde, um das Industriedenkmal für Interessierte zugänglich zu machen.

Hintergrundwissen

Vertiefende Informationen zum traditionellen Kalkbrennen und -löschen, Erläuterung der chemischen Prozesse und ein Video des Kalkbrenners vom Kochelsee.