Der Aufbau des Kalkofens

Der Aufbau des Kalkofens

Sinn und Zweck des Kalkofens war, aus dem dahinterliegenden Steinbruch abgebauten Jurakalkstein zu brennen. Eigentümer des Grundstücks mit Flurnamen „Steiner“ war damals die eigenständige Gemeinde Schweinspoint. Bei der Bevölkerung wurde das Gelände „Stoani“ genannt.

Die Außenmauern wurden mit Bruch- und Ziegelsteinen errichtet und mit Kalkmörtel verfugt. In diesen Mauern befindet sich ein runder, konisch zulaufender und aus Backstein und Schamott gemauerter Brennraum. Am unteren Ende des Brennraumes befand sich ein Eisenrost, über ihn wurde der Brennraum mit Jurakalksteinen und Brennholz von oben her befüllt. Die erste Lage war Brennholz, dann wurden die Steine auf einer Höhe von circa 50 Zentimetern aufgeschichtet. Das wiederholte sich, bis der Ofen vollständig gefüllt war. Die Bruchsteine wurden mit einem Rollwagen auf der extra verlegten Gleisanlage vom Steinbruch zum Ofen transportiert.

Möglicher Aufbau des Kalkofens im Jahr 1925

Der Ofen wurde so befeuert, dass das im Ofen befindliche Brennholz nur verglühte, und so eine gleichbleibende Temperatur von fast 1000 Grad im gesamten Brennraum herrschte. Eine 4 Tage ununterbrochene Brenndauer im Tag- und Nachtbetrieb war nötig, um den Kalkstein zu brennen. War der Kalkstein fertig gebrannt, wurde dies in den Gemeinden bekannt gegeben. Der Kalkstein wurde dann nach Gewicht verkauft.

Die gebrannten Kalksteine wurden zuhause beim Käufer noch gelöscht, das heißt, die Steine kamen in eine „Mörtelpfanne“ und wurden mit Wasser übergossen. Dadurch wurde der Stein siedend heiß und verflüssigte sich. So gab es fast in jedem Anwesen eine Kalkgrube im Garten. In diese wurde der Kalk eingefüllt, in der er sich zu einer weichen Masse festigte. Verwendet wurde der Kalk, mit Zement vermischt, als Mauer- und Verputzmörtel. Als Farbe für die Wohnungen, Ställe und Häuser war er unverzichtbar. Der Kalk wurde mit Wasser verdünnt und mit Pinseln aufgetragen.

Bauplan des Kalkofens von 1925

Geschichte des Kalkofens

Hier beleuchten wir die Geschichte des Kalkofens Schweinspoint, der von 1928 bis 1951 in Betrieb war und nach seiner Stilllegung 2022 von unserem Freundeskreis restauriert wurde, um das Industriedenkmal für Interessierte zugänglich zu machen.

Restaurierung

Dokumentation die Restaurierung des Kalkofens Schweinspoint von 2022 bis 2024, einschließlich der Entbuschung des Geländes, der Restaurierung des Mauerwerks und den Außenanlagen.

Hintergrundwissen

Vertiefende Informationen zum traditionellen Kalkbrennen und -löschen, Erläuterung der chemischen Prozesse und ein Video des Kalkbrenners vom Kochelsee.